Wanderwege auf den Spuren der Heiligen

Wanderwege auf den Spuren der Heiligen

Im Gemeindegebiet von Castilgione della Pescaia befinden sich einige Wanderwege, die man der Einfachheit halber mit den Heiligen in Verbindung bringen kann, die die regliösen Bräuche dieses Gebietes am meisten geprägt haben. Die Wanderwege führen uns an Orte, an denen Kunstwerke zu bewundern sind, die in Verbindung mit der Geschichte der Heiligen und deren Wundern stehen.

Oft werden diese Orte ihrer bloßen landschaftlichen Schönheit wegen besucht, während der geschichtliche Hintergrund und die Verbindung zu antiken Bräuchen und Legenden unbeachtet bleiben, die diese Gegend in der Vergangenheit mit dem Aufkommen und der Verbreitung der guglielmitischen Bewegung im Rest der Welt zu einem der wichtigsten spirituellen Zentren gemacht haben. Der Kult um den Heiligen Guglielmo verbreitete sich so weit, dass er im Jahr 1202 durch Innozenz III. offiziell anerkannt wurde. Mit der Verehrung des Heiligen nahmen die Stiftungen der Gläubigen weiter zu. Der Kult verbreitete sich zuerst in der Toskana, dann in der Region Latium und seit 1244 auch jenseits der Alpen als Orden des Heiligen Guglielmo.

Im Folgenden beschreiben wir vier Wanderwege, die vier verschiedenen Heiligen gewidmet sind. Die Unterscheidung dient der Vereinfachung der verschiedenen Informationen.

Ein Wanderweg führt vom Gebiet der Bandite di Scarlino bis nach Tirli und folgt dem ehrwürdigen Padre Giovanni da San Guglielmo, der auch als Apostel der Maremma bekannt ist und dem Augustinerorden angehörte. Er lebte im Zeitraum zwischen der zweiten Hälfte des XVI. und dem Beginn des XVII. Jahrhunderts. Seine Moralität hatte nicht nur in Castiglione della Pescaia oder der Maremma eine außergewöhnliche Folgschaft, sondern in der gesamten Toskana und anderswo.

Der Wanderweg, der an ihn erinnert, führt durch die Wälder der Bandite di Scarlino bis einem kleinen Dorf namens Tirli in der Gemeinde von Castiglione della Pescaia, wo zu seinen Ehren das Augustinerkonvent von Sant’Andrea errichtet wurde.

Von Castiglione della Pescaia aus folgt ein Wanderweg den Spuren des Heilgen Guglielmo di Malavalle.

Der erste Teil führt zur Einsiedelei “Eremo di Malavalle”, während ein zweiter Weg zum Oratorium führt, das dem Ort gewidmet ist, an dem die Madonna dem Heiligen erschien. Das Oratorium ist von Buriano aus erreichbar. Mit Erlaubnis zum Betreten des Privatbesitzes der Tenuta La Badiola kann man nach Absprache eine kleine Privatkappelle besichtigen, in der ein Gemälde aus dem XVII. Jahrhundert vom Wunder der Erscheinung der Madonna erzählt.

Der dritte Teil dieses Wanderweges führt nach Buriano, wo die kleine Gemeindekirche und deren Kunstwerke bewundert werden können, die mit dem Kult um San Guglielmo in Zusammenhang stehen; nach Absprache kann man außerdem einen kleinen Ausstellungsraum mit heiligen Kunstwerken der Gegend besichtigen, unter denen sich über zahlreiche liturgische Gegenstände hinaus auch ein wertvoller silberner Schrein mit den Reliquien den Heiligen befindet.

Der dritte Wanderweg führt in das Naturschutzgebiet der Diaccia Botrona und verbindet so die Natur in Form der Flora und Fauna des geschützten Feuchtgebietes mit dem historischen, kulturellen und religiösen Hintergrund der Gegend. Durch das Naturschutzgebiet erreichen wir die Isola Clodia mit den Resten des antiken Klosters von San Pancrazio al Fango, das mit der Legende der Beata Libertesca verbunden ist. Diese noch wenig bekannte Heilige ist heute in Buriano begraben, wo ihr ein Altar mit einem Gemälde aus dem XVII. Jahrhundert gewidmet ist, das sie darstellt.

Der vierte und letzte Weg führt in den mittelalterlichen Stadtkern Castiglione della Pescaias und erzählt von den drei Kirchen, die sich im Dorf befinden. In der Kirche, die dem Heiligen San Giovanni Battista gewidmet ist, werden einige Reliquien des heiligen Guglielmo und ein Gemälde aufbewahrt, das die Madonna mit Kind, San Guglielmo und der heiligen Petronilla darstellt. Letztere ist auch Patronin und Beschützerin des Dorfes und seiner Einwohner und wird in der Gegend sehr verehrt.

Zur Erkundung der Geschichte der Heiligen Petronilla empfiehlt es sich, Pian di Rocca zu besuchen, das nur wenige Kilometer von Castiglione della Pescaia entfernt liegt. Dort kann man mehr über die Geschichte eines Klosterkomplexes erfahren, der in den Wäldern der Bandite nordöstlich von Pian di Rocca im Ortsteil La Santa liegt.

Text von Olivia Bruschettini

Zeichungen von Cinzia Bardelli

WANDERWEG 1

Auf den Spuren des ehrenwerten Padre Giovanni da San Guglielmo und von San Guglielmo di Malavalle

Durch di Bandite di Scarlino und die Riserva della Zinghera, Wanderweg Nr. 32, Sant’Anna nel Bosco, Wanderweg Nr. 47, Tirli, Kirche und Konvent von Sant’Andrea

WANDERWEG 2

Erster Teil auf der Wanderkarte der Sentieri Castiglionesi, Eremo di San Guglielmo Wanderweg Nr. 101. Schwierigkeitsgrad: niedrig bis mittel. Höhenunterschied von 25 m bis 207 m über dem Meeresspiegel; Länge einfach ca. 3,8 km

WANDERWEG 2

Zweiter Teil auf der Wanderkarte der Sentieri Castiglionesi, Oratorium der Madonna und Kappelle der Badiola, Wanderweg Nr. 210 im Ortsteil Buriano. Höhenunterschied von 95m bis 350m über dem Meeresspiegel; Länge einfach ca. 6,8 km; Schwierigkeitsgrad: mittel

WANDERWEG 3

Wanderkarte der Sentieri Castiglionesi RET 31. Der Weg ist flach und führt durch das Naturschutzgebiet der Diaccia Botrona. Ausgangspunkt an der Casa Rossa Ximenes; entlang des ca. 15 km langen Weges befinden sich mehrere Punkte, die zur Vogelbeobachtung ausgebaut sind.

WANDERWEG 4

Wanderkarte der Sentieri Castiglionesi, Ortsteil La Santa, Wanderweg Nr. 404. Länge von Hin-und Rückweg ca. 5 km; Höhenunterschied ca. 306 m über dem Meeresspiegel